Archiv für März 2008

STIMMUNG! #5


Die Diablos in Leipzig rocken das Derby im März diese Jahres. Trotz tatkräftiger Unterstützung durch die gesammelte Leipziger Kameradschaftszene war von den L*Kisten während des Spiels (abgesehen von dem immer gleichen „Chemieschweine“ und rassistischen Sprechchören) so gut wie nichts zu hören – Nazis sind halt keine Ultra‘.

PS: Man beachte die Hose…

Update: Solidarität muss praktisch werden…

Wir waren ja eine Weile offline, deswegen hier ein kleines Update über gelaufenen Soli-Aktionen mit der Curva Monasteria:

* Bremen
Bremen

* Almelo, NL
* Braunschweig
* Dortmund
* Düsseldorf
* Essen
* Gütersloh
* Jena
* Meppen
*Nürnberg

Keine Freunde, keine Helfer…

Eine Kampagne der Jugendantifa Frankfurt zum immer aktuellen Thema…

Wie bei anderen Vereinen mit Polizeigewalt umgegangen wird… #2

Heute: Fortuna Düsseldorf

Auswärtsspiel gegen Ahlen.

Stellungnahme der Curva Monasteria

[Edit 31.8.2009: Da wir immer noch sehr viele Google-Referrer und Kommentare zu dieser Stellungnahme der Curva Monasteria haben, eine kurze Feststellung. Die „Curva Monasteria“ gibt es in dieser Form nicht mehr, sondern hat sich in einem Rosenkrieg a la Ultrà in „Deviants“ und Rest“Curva“ aufgespalten. Die SpritzKidz sind dabei weder in der einen, noch in der anderen Gruppierung Mitglied.]

Nachdem sich das Fanprojekt in einer formalistischen Stellungnahme zu den Polizeiübergriffen auf die Curva mustergültig entsolidarisiert hat (Eintritt zahlen= Maul halten?), haben die Münsteraner Ultras nun ihrer Sicht der Ereignisse geschildert:

Am Morgen des Sonntags des 09. März kam es im Vorfeld des Heimspiels gegen Schalke 04 II zur viel diskutierten Stürmung des Curva-Hauses. Im weiteren Verlauf sollen die Ereignisse nun aus unserer Sicht, aus Sicht der Betroffenen, geschildert werden.

Seit ca. 10 Uhr befanden sich ca. 12 Mitglieder der Gruppe im Haus. Ein Teil davon hatte die Nacht hier verbracht, da das Haus am vorherigen Tag bis in die späten Abendstunden noch renoviert wurde. Der andere Teil traf sich bereits so früh um über die aktuelle Lage zu diskutieren. In der nächsten Stunde trafen vier weitere Personen am Haus ein. Der Tag nahm seinen Lauf. Wie immer, so dachte man, würden jetzt nach und nach viele Leute zum etablierten Treffpunkt kommen, um anschließend gemeinsam zum Stadion zu gehen.

Gegen 11:30 Uhr erblickte man den ersten Polizeieinsatzwagen der die Straße am Haus vorbeifuhr. Im ersten Moment vermutete man eine gezielte Provokation oder dachte noch einen Zufall. Doch in der nächsten Sekunde fuhr bereits der zweite vorbei, und wie an einer Perlenkette fünf bis sechs weitere Fahrzeuge. Panik machte sich breit: Was geschieht jetzt?
Wenige Sekunden später hörte man die Tür knallen, und ca. 40-50 uniformierte Polizisten stürmten das Haus. Sofort hörte man Schreie: „Polizei! Hinlegen, auf den Boden!“ Den Anweisungen wurde sofort Folge geleistet. An Widerstand war überhaupt nicht zu denken. Dennoch wurde z.B. eine über 30 Jahre alte Person getreten und mit gezogenem Schlagstock genötigt sich auf den Boden zu legen. Zum Ausdruck seiner friedlichen Einstellung hatte er zuvor beide Hände in die Luft gestreckt. Nicht unerwähnt soll auch der Tritt eines Beamten gegenüber eines unserer Mitglieder bleiben, der im hinteren Teil der Wohnung durch diese Maßnahme aus dem Schlaf gerissen wurde. Wie leicht oder schwer dieser Tritt war möchten wir an dieser Stelle nicht beurteilen. Aber wie kann ein Beamter in dieser extrem angespannten Situation so reagieren, wenn wie schon erwähnt den Anweisungen ausnahmslos gefolgt wurde und zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr von irgendeiner Person vor Ort ausging?
So wurden also allen 16 anwesenden Personen, welche auf den 2 Etagen verteilt waren, dann auf den Bauch liegend mit den Händen auf den Rücken mit Kabelbindern fixiert. In diesem Moment verspürte man Angst, und dies war ein jedem ins Gesicht geschrieben: Was passiert jetzt mit uns?

Hiernach wurde man aufgerichtet und in einer Reihe auf den Boden sitzend platziert. Auf die ersten Fragen was der Anlass für die Stürmung sei und wo der Durchsuchungsbefehl wäre, bekam man entweder keine Antwort oder ein: „Erfahrt ihr später!“. Auf die Fragen nach dem Einsatzleiter fielen lediglich Antworten wie “Kenne ich nicht!”, “Bin ich der Pressesprecher?” oder “Ich bin nicht von hier, und kenne hier niemanden.”.

Nun wurde das weitere Prozedere eingeleitet, indem die sogenannten Szenekundigen Beamten nun sichtlich gut gelaunt die Szenerie betraten. Sie fanden 16 auf den Boden liegende Personen vor und suchten sich durch Fingerzeig diverse Leute heraus, so z.B. „Der Lockenkopf kommt auf jeden Fall mit.“. Nachdem sie dann fürs Erste verschwanden, wurden die weiterhin auf den Boden sitzenden und gefesselten Personen abgefilmt. Wobei man noch zusätzlich seinen Namen in die Kamera sagen durfte. Hierbei amüsierten sich die anderen anwesenden Polizisten so sehr über die Namen der Gefesselten, dass sie nicht umher kamen neue Varianten der Namen zu dichten.
Nach dem das Abfilmen beendet war, wurde jedem (s)eine Nummer an den Körper geklebt. Hierbei kamen wiederum einige Polizeibeamte nicht umher ihr persönliches Befinden kundzutun: „Ekelhaft. Der Dicke schwitzt ganz schön.“.
Personalien wurden abgeglichen, persönlicher Besitz wurde zugeordnet und eingetütet.
Nachdem die Personalienerfassung und -kontrolle abgeschlossen wurde, leiteten die Beamten die immer noch fixierten Personen in den kleinen Vorgarten des Anwesens. In dieser Phase wurde man permanent gefilmt bzw. fotografiert. Eine extreme nervliche Anspannung für alle Beteiligten, die bis dato immer noch nicht wussten was ihnen explizit vorgeworfen wurde und was mit ihnen denn jetzt geschehen soll.
In dieser Situation im Vorgarten kam es erneut zu einer verbalen Entgleisung zweier Polizeibeamten. So debattierten sie über die eventuelle homosexuelle Neigung einer Person, mit dem Verweis von einem der Zwei: „Das finden wir später noch heraus!“.

Insgesamt wurden sieben der 16 Personen mit zur Wache genommen und teilweise „erkennungsdienstlich“ behandelt. Hier erfuhren erst knapp zwei Stunden später was ihnen eigentlich vorgeworfen wird. Daraufhin wurden sie, nachdem alle die Aussagen verweigerten, wieder, und teilweise noch vor dem Anstoß des Spiels, freigelassen. Die anderen neun Personen bekamen für den Zeitraum des Spiels ein Platzverweis für das nahe Umfeld des Hauses. Nach Kontrolle der vor dem Haus geparkten PKW´s durften bzw. mussten sich diese Personen vom Haus entfernen.
Hiernach begann die Durchsuchung des Hauses durch Spezialkräfte und Spürhunde.
Insgesamt behalten sich die Einzelpersonen, sowie wir als Gruppe, mögliche rechtliche Schritte vor. Dies werden wir in den kommenden Wochen mit juristischen Beihilfen klären. Fragwürdig bleibt hierbei jedoch, warum z.B. die Fanbeauftragten und der Chef des Sicherheitsdienstes, die für eine Aufarbeitung der Vorfälle des Rheine-Heimspiels vor Ort waren, freundlich weggeschickt wurden. Sollten mögliche neutrale Zeugen keinen Zutritt erhalten, um nachher glaubwürdig von den Geschehnissen zu berichten? Auch in diesem Punkt ist zurzeit keine abschließende Bewertung möglich.

Fragwürdig bleibt die Maßnahme der Polizei in unseren Augen ohnehin. So hätten die kurzzeitig in Gewahrsam genommenen Personen durchaus eine einfache Vorladung per Post erhalten können, da diese bereits polizeilich bekannt waren. Wir Fussballfans haben es ja in den letzten zwei Jahren immer wieder erlebt: Ein hohes Polizeiaufgebot für angebliche Risikospiele in Hüls, Emsdetten oder Bochum II, die keine sind. Die Kosten für 7 Briefe inklusive Porto stehen dem von zwei Hundertschaften, die zur Verstärkung teilweise aus Dortmund anrückten, Spürhunden und weiteren Spezialkräften entgegen. Was hat diese sinnlose Aktion dem Steuerzahler wieder gekostet?
Auch ist in diesem Zuge sehr kurios wenn Personen abgeführt werden, die nachweislich nicht beim Spiel gegen Rheine anwesend waren.

Noch vor Anpfiff des Spiels verließen die Beamten das Curva-Haus. Kurz darauf konnten sich drei weitere Mitglieder ein Bild vom Zustand der Räumlichkeiten machen. Was sie vorfanden war ein absolutes Chaos. So wurden Vorhänge heruntergerissen, Tische umgekippt und ein Sessel aufgeschlitzt. Auch hier behalten wir uns rechtliche Schritte vor, da die eingesetzten Beamten hierzu kein Recht haben.

Erschrocken und erschüttert sind wir aber über die Pietätlosigkeit dieser Damen und Herren. Als Tiefpunkt dieser Ereignisse, wurden die am Vorabend frisch angefertigten Transparente (u.a. „Ruhe in Frieden“), die einem kürzlich verstorbenen Mitglied der Curva Monasteria gewidmet waren und ihm hiermit die letzte Ehre erweisen sollten, zerstört aufgefunden. Die gesamte Zerstörung des Hauses wurde durch die drei Personen mit Fotos dokumentiert. Aber hier geht es nicht nur um einen materiellen Wert. Eine zerstörte Tapete und etwas Farbe treiben uns nicht in Unkosten. Uns geht es um die pure Respektlosigkeit gegenüber dem Andenken eines verstorbenen Menschen. Das Argument sieh hätten nicht genau wissen was denn auf diesem Transparent steht, wird dadurch entkräftig dass auf allen Transparenten eindeutig und sichtbar notiert war welchen Inhalt diese haben. Und genau dieses wird zerstört. Schämt euch!

Insgesamt kritisieren wir die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes aufs Schärfste, und behalten uns, wie zuvor schon erwähnt, rechtliche Schritte vor. Auch hier hätte es andere Lösungsansätze geben können, so z.B. durch eine simple Vorladung der Verdächtigen. Die Durchsuchung des Hauses förderten scheinbar auch nur Bagatelldelikte zum Vorschein. Da dies aber ein laufendes Verfahren ist, warten wir die Auswertung der„pyrotechnischen Artikel“ ab.
Allgemein erinnerte Art und Ablauf des Verfahrens eher an eine Behandlung einer „terroristischen Zelle“. Gegen diesen Eindruck, der versucht wurde hiermit zu erwecken, werden wir uns entschieden zur Wehr setzen.

Die gesamte Stellungnahme der Curva Monasteria im PreußenFanForum.de.

Solidarität muss praktisch werden…

Soli in München
Soli-Aktion der Schickeria München

Soli-Aktion der USP
Soli-Aktion der USP




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