Archiv für Juli 2008

“Bielefeld” gibt es nicht, aber Stuttgart! #2

…und die Schwaben haben schon wieder was neues auf der Pfanne:

Das hat mit Fußball nix zu tun…

Ja, es ist mal wieder soweit: Der alljährliche Antifacup findet im beschaulichen Dorf an der Leine statt. Alles ist genauso wie bei den großen Fußballcups, auch hier wird um einen riesigen Pokal gespielt, auch hier gewinnen die Mannschaften mit den meisten Toren, oder doch nicht?

Nein, mit nichten! Zwar fehlen erfreulicherweise im Gegensatz zu den EMs und WMs dieser Welt Kommerz & nationaler Wahn, aber leider wird einem auch der sportliche Spaß am Spiel verboten. Ziel ist es also nicht, das erfolgreichste, sondern das „kreativste“ Team auf den Platz zu stellen. Tore schießen – Fehlanzeige. Wer sich richtig zum Affen macht, gewinnt auch das Turnier. So einfach ist das!

Letztes Jahr verkleideten sich dann auch ganz passend einige Clowns als Bullen, was zwar zu Beginn noch amüsant war, als aber jedes Spiel zum Karnevalsumzug entwürdigt wurde, fragte man sich schon was das noch mit Fußball zu tun hat.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir haben nichts gegen Karneval. Aber Fußball ist Fußball und Kölle is‘ Kölle! (Naja, manchmal auch beides…)

Es muss doch nicht immer Ostern sein: Der Antifacup wäre doch DIE ideale Gelegenheit, um erst alljährlich die alten und neuen politische Grabenkämpfe praktisch auszuleben, und danach – ganz geschwisterlich – mal richtig die Sau raus zu lassen & ordentlich gemeinsam zu feiern!

Aber so lange die Göttinger Linken von Fußball nix verstehen wollen und sowas nicht möglich ist, lassen wir die Finger von diesem Event und feiern lieber mit der Mutti in Münster!

Handy Humbug #1

Wahrsagen per Handy

…auch wir sind schon voll überzeugt, verstehst du?
[gefunden dank fernsehkritik.tv]

Fight Fascism. Remember History: Genoa 2001

Lying on his face in the dark, bruised and scared, he was aware of police all around him, massing to attack the Diaz Pertini school building where 93 young demonstrators were bedding down on the floor for the night. Covell’s best hope was that they would break through the chain around the front gates without paying him any more attention. If that happened, he could get up and limp across the street to the safety of the Indymedia centre, where he had spent the past three days filing reports on the G8 summit and on its violent policing.

It was at that moment that a police officer sauntered over to him and kicked him in the chest with such force that the entire lefthand side of his rib cage caved in, breaking half-a-dozen ribs whose splintered ends then shredded the membrane of his left lung. Covell, who is 5ft 8in and weighs less than eight stone, was lifted off the pavement and sent flying into the street. He heard the policeman laugh. The thought formed in Covell’s mind: „I‘m not going to make it.“

Was sich liest wie die Vorlage zu einem fiktiven Splatter-Film ist ein Ausschnitt aus einem äußerst lesenswerten Artikel des englischen Guardian, welcher sich in seiner Ausgabe vom 17.07. mit den realen Geschehnissen und Hintergründen der Polizeigewalt anlässlich des G8-Gipfels in Genua 2001 beschäftigt (Video zum Fall). Aus aktuellem Anlass: Zwar laufen Verfahren gegen einige der beteiligten Polizisten, diese wurden aber bis dato – trotz erwiesener Schuld – nur zur milden Strafen verurteilt oder sogar freigesprochen. Zudem gibt es in Italien eine allgemeine Verjährungsfrist von sieben Jahren, was zur Folge haben dürfte, dass auch hier einmal wieder die brutalen Schläger in Uniform straffrei davon kommen dürften.

Ein Interview mit Mark Covell gibt es u.a. hier.

Zudem jährt sich ein weiterer trauriger Jahrestag: In den frühen Abendstunden des 20. Juli, also am Tage vor den beschrieben Ereignisse in der Scula Diaz und der Kaserne Bolzaneto, starb Carlo Giuliani auf der Piazza Alimonda in Genua, Italien. Ein Carabinieri schoss ihn in den Kopf, als er – zusammen mit über 300.000 Menschen – in diesem Sommer 2001 an einer Demo gegen den G8-Gipfel teilnahm.

Kanal B mit einer Rekonstruktion des Todes von Carlo Giuliano.

Die Geschichte in Italien wird zur Zeit wieder von der Rechten geschrieben. Nick Davies trägt mit seinem Artikel dazu bei, diesem Konstrukt eine wahre Geschichte der „bloody battle of Genoa“ entgegen zu stellen.

Pagharete tutto – pagharete caro!

Gegen den allgemeinen Trend!

Dorfidyll statt Ghettostyle
Ja, ja, wer auffem Dorf wohnt, der kennt das: Die Kneipen sterben aus, ehemals coole Clubs schließen und selbst in der Prolldisse wird der Stecker gezogen. Und mit den letzten geschlossen 1€uro-Läden kehren dann auch die letzten jungen Menschen der krisengeschüttelten Region den Rücken zu…

Ganz Ähnliches scheint nun auch dem beschaulichen Dörfchen an der Leine zu drohen: In Wölfis Bierstube ist das letzte Schnitzel gewendet und der Hahn abgedreht! Das Electro-Osho: R.I.P.! – und das „total unmögliche Gasthaus“ Pflaumenbaum im Idunazentrum: Schon lange tot!

Doch zu Freude seiner Fans und Feinde widersetzt sich eine Partylocation dem Trend, die Dorfdisco ist wieder auf. Eine(r) muss ja gegen den Strom schwimmen! Und wir freuen uns schon mal auf den neusten Szeneklatsch, die heißesten Geschichten aus dem Dorf & natürlich auf jede Menge peinlicher Kommentare. ;-)

@dorfdisco: Bitte mit trackback, wir sind schließlich auch Klickhuren!

Wo wir gerade beim Thema Schiri sind


Elfmeterschießen – Immer wieder schön! Nur: Wie oft kann ein Schiri einen Elfmeter wiederholen lassen, bis das gewünschte Ergebnis gefallen ist?




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