„Als Fußballer ist man nicht schwul, fertig.“

Seine Jugend verbringt Marcus auf dem Fußballplatz – und doch versteckt er sich zu jeder Zeit: Er ist schwul. Keiner weiß es. Denn keiner darf es wissen. „Schwul“, sagt er heute, „dieses Wort existierte für mich damals nur als Schimpfwort. Ich dachte: Als Fußballer ist man nicht schwul, fertig.“ Urban ist hager, wirkt mit seinen 1,75 Metern wie der klassische Mittelfelddribbler Marke Mehmet Scholl. Eloquent und gewitzt erzählt er seine Geschichte, legt dramatische Pausen ein. Wenige in den späten Achtzigerjahren sozialisierte Profifußballer sprechen so.Doch kaum denkt man, es sei für ihn Routine, von den Jahren in der Sportschule zu erzählen, ringt Urban um Worte. „Ich war völlig allein“, sagt er nach Sekunden der Stille. „Es gab niemanden, mit dem ich hätte sprechen können, keine schwule Öffentlichkeit, keine Bars, nichts.“

J.MENDRALA in der taz vom 16.10.2008 über den schwulen Ex-Profi Marcus Urban

[Update 21.10.08: Der Spiegel dokumentiert eine Ausschnitt aus dem Buch „Versteckspieler -Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban“ von Ronny Blaschke (Verlag Die Werkstatt, 144 Seiten, erhältlich im gut sortierten Buchhandel für Euro 9,90)]

[via f*cking queers]


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