Bullen, Bier, Beleidigungen. Ein Derby im Dorf.

Fußballfans haben oft ihre ganz eigene und auch eigentümliche Ausdrucksweise, im folgenden ein uns zugespielter Bericht vom Match zwischen der SVG und RSV Göttingen 05:

Man traf sich am Donnerstag bereits um 16.30h im Nikolaikirchhof, wo man mit 70 Leuten gut aufgestellt war. Die Polizei war trotz großspuriger Ankündigung vorher nicht vor Ort und so konnte getrost das ein oder andere Kaltgetränk vernichtet werden.
Mit guter Stimmung und bunter Mischung ging es dann im Corteo zum „Stadion“ am Sandweg. Unterwegs gesellten sich noch zwei Wagen der Förster zu uns, was aber dem Treiben kein Abbruch tat.

Am Stadion angekommen sah man erstmals das wahre Aufgebot von Old Bill, die mit einer Hundertschaft angerückt waren und fleißig den Eingang filmten. Auch eine scheinbar extra für die 05 Supporter angebrachte Stadionordnung wusste zu begeistern – was da plötzlich dem gemeinen 6.Liga-Fan nicht mehr erlaubt war… Trotzdem war soweit alles sehr unstressig!

Als man sich dann im Block versammelt hatte, wurde nun schnell die Choreo vorbereitet.
Es gab zwei Spruchbänder, eine Blockfahne, 6 Plastikbahnen und Konfettikanonen. Bei Auflaufen der Mannschaften ging es los, man konnte sich sehen lassen. Auch die Ultras Gutingi ließen sich nicht bitten und zeigte der SVG auf mehreren Doppelhaltern, was man von ihr hält.
Die Stimmung bei den 05ern war gut, es wurde viel gesungen, auch wenn der Funke leider nicht auf die Spieler übersprang und auf dem Platz ein eher müder Kick herrschte.

In der Halbzeit schaute man mal nach dem Gegner, der bekanntermaßen aber nicht aus mehr als ein paar Rentner und Jugendspielern besteht. Waren die SVGer bereits letzte Saison durch rassistische Sprüche in Goslar aufgefallen, so weckte diesmal ein Vollhorst mit SVG-Schal im „Standarte Bremen„-Pullover die volle Aufmerksamkeit der anwesenden antifaschistischen Fans. Nach mehreren deutlichen Ansprachen mischten sich andere SVGer ein und ließen sich dabei, neben dem „Fußball ohne Politik„-Mythos, zu einigen entlarvenden Aussagen hinreißen. So antworte ein ältere SVG-“Fan“ auf die Frage, ob Nazis erst beim offen getragenen Hakenkreuz aus dem Stadion am Sandweg geschmissen würden nur lapidar: „Wenn es keinen stört, warum denn?“ Tolerant ist man beim SVG ist offenbar nur, wenn es um Rassisten in der eigenen Fanszene geht… Kein Wunder, wenn man so einen Scheiß-Klub nur hassen kann!

Als nach dem Spiel nochmals andere Leute den Typen konsequent zur Rede stellen wollten, eskalierte die Situation scheinbar. Die Ordner des SVG griffen zugunsten des bedrängten „Standarten-Trägers“ ein. Es begann einen unsauberer Boxkampf. Dabei trafen die Fäuste der Security in erster Linie einen Familienvater, der nur deeskalierend einwirken wollte. (Wer dann im Anschluss von der Polizei drangsaliert wurde und Personalien abgeben musste, kann sich die geneigte LeserIn sicherlich vorstellen.)

Trotz allem blieb es ein gelungener Derby-Tag für 05, den man (nun unter penetranter Polizeibegleitung) im Biereck Quick ausklingen ließ.

Ob die SVG mit ihrem Nazigesindel aufsteigt oder pleite geht, ist uns herzlichst egal. – verdient hätten sie letzteres! Als gute Supporter von 05 wollen wir auch in dieser Saison weiterhin beim Verein an der Benzstraße Stimmung machen, und hoffen, dass sich wieder einige zu einem Spiel des lokalen Fußballklubs verirren. Auch Antifas, Punks und andere linke Fußballfans sind bereits Ostermontag wieder herzlichst willkommen. ;)

SUPPORT YOUR LOCAL ANTI-FASCIST FOOTBALLCLUB! SUPPORT GÖTTINGEN 05!


4 Antworten auf “Bullen, Bier, Beleidigungen. Ein Derby im Dorf.”


  1. 1 jurij 13. April 2009 um 7:31 Uhr

    danke für die hinweise zum insidervokabulars ;-)

  2. 2 The Crusader 10. März 2011 um 11:51 Uhr

    LOL;)

  1. 1 Sonnige Grüße an die Kameraden! « Brigata Amaranto Venticinque Aprile Pingback am 13. April 2009 um 11:05 Uhr
  2. 2 8.7. Derbyzeit! « love münster – support göttingen Pingback am 02. August 2010 um 22:21 Uhr
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