Urteil im Prozess gegen Todesschützen

Gut anderhalb Jahre nach dem Mord an der fahrlässigen Tötung eines Lazio-Ultra ist nun in Italien ein erstes Urteil gegen den Polizisten ergangen, der Gabriele Sandri mit einem gezielten Schuss quer über eine Autobahn getötet hat: 6 Jahre Haft, was in Italien eine Entlassung nach etwa anderthalben Jahren bedeutet, und ein somit ein sehr mildes Urteil, das bei dem Angeklagten nach eigenem Bekunden Freudestränen auslöste. Nicht nur in Deutschland zahlt es sich also aus, ein Mörder in Uniform zu sein. Mehr bei Altravita.


3 Antworten auf “Urteil im Prozess gegen Todesschützen”


  1. 1 MisterAltravita 15. Juli 2009 um 15:38 Uhr

    Man darf auf die Berufungsverhandlung gespannt sein. Mich überraschte ja schon, dass die Staatsanwaltschaft auf Totschlag plädierte und 14 Jahre forderte.

  2. 2 hw 15. Juli 2009 um 23:48 Uhr

    Da muss man vorsichtig sein. Natürlich wissen alle Verfahrensbeteiligte, dass das letztendlich ein politischer Prozess ist. Das Plaidoyer der Staatsanwaltschaft kann auch nur ein kalkuliertes Ventil sein, um den Staat in Schutz zu nehmen. Bös‘ gesagt: Richter und Staatsanwaltschaft sind sich eigentlich über das Ergebnis einig gewesen. Der Staatsanwalt hat nur aus politischem Kalkül die andere Seite der Argumentation vorgetragen, die halt nicht ins Urteil einfließen sollte, selbst wenn sie von staatlicher Seite vor Gericht eingeräumt wurde. Ich bin also nicht so überrascht. Der Staat stünde sonst nur noch schlechter da, und das hat man vielleicht nicht gewollt. Und deshalb das Feigenblatt der Anklage.

  3. 3 MisterAltravita 16. Juli 2009 um 12:48 Uhr

    Ja, das ist zumindest denkbar. Aber wenigstens macht man sich die Mühe – in Deutschland wäre das ein glatter Freispruch gewesen und basta pasta. Insofern muss man ja schon dankbar sein, dass sich jemand wenigstens die Mühe macht, den Anschein eines Prozesses aufrechtzuerhalten. Jedenfalls, solange es ein Medieninteresse gibt…

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