Archiv für August 2009

Buback – Ein Nachruf

Aus aktuellem Anlass mal ein historisches Dokument aus Göttingen:

Meine unmittelbare Reaktion, meine „Betroffenheit“ nach dem Abschuß von Buback ist schnell geschildert: ich konnte und wollte (und will) eine klammheimliche Freude nicht verhehlen. Ich habe diesen Typ oft hetzen hören, ich weiß, das er bei der Verfolgung, Kriminalisierung, Folterung von Linken eine herausragende Rolle spielte. Wer sich in den letzten Tagen nur einnal genau sein Konterfei angesehen hat, der kann erkennen, welche Züge dieser Rechtsstaat trägt, den er in so hervorragender Weise verkörperte. Und der kennt dann auch schon ein paar Züge von Gesichtern jener aufrechten Demokraten, die jetzt wie ein Mann empört und betroffen aufschreien. Ehrlich, ich bedaure es ein wenig, daß wir dieses Gesicht nun nicht mehr in das kleine rot-schwarze Verbrecheralbum aufnehmen können, das wir nach der Revolution herausgeben werden, um der meistgesuchten und meistgehaßten Vertreter der alten Welt habhaft zu werden und sie zur öffentlichen Vernehmung vorzuführen. Ihn nun nicht mehr – enfant perdu.

Aber(…)

Wir alle müssen davon runterkommen, die Unterdrücker des Volkes stellvertretend für das Volk zu hassen, so wie wir allmählich schon davon runter sind, stellvertretend für andere zu handeln oder eine Partei aufzubauen. Wenn Buback kein Opfer des Volkszornes wird (oder wegen mir auch des Klassenhasses, damit kein falscher Verdacht aufkornmt), dann geht die Gewalt, die so ausgeübt wird, ebensowenig vom Volk aus, wie Bubacks Gewalt vom Volke ausging.

Wir brauchen nur die Zeitungen aufzuschlagen und die Tagesmeldungen zu verfolgen: die Strategie der Liquidierung, das ist eine der Strategien der Herrschenden. Warum müssen wir sie kopieren? Die Leute (das Volk: ) haben Angst davor, sie haben ihre Erfahrungen damit gemacht, genauso wie mit Einkerkerung und Arbeits1ager. Was wir auch tun: es wirft immer ein Licht auf das, was wir anstreben. Wir werden unsere Feinde nicht liquidieren. Nicht in Gefängnisse und nicht in Arbeitslager sperren und deswegen gehen wir doch nicht sanft mit ihnen um.

Unser Zweck, eine Gesellschaft ohne Terror und Gewalt (wenn auch nicht ohne Aggression und Militanz), eine Gesellschaft ohne Zwangsarbeit (wenn auch nicht ohne Plackerei), eine Gesellschaft ohne Justiz, Knast und Anstalten (wenn auch nicht ohne Regeln und Vorschriften oder besser: Empfehlungen) dieser Zweck heiligt eben nicht jedes Mittel, sondern nur manches. unser Weg zum Sozialismus (wegen mir: Anarchie) kann nicht mit Leichen gepflastert werden.

Warum liquidieren?Lächerlichkeit kann auch töten, zum Beispiel auf lange Sicht und Dauer. Unsere Waffen sind nicht lediglich Nachahmungen der militärischen, sondern solche, die sie uns nicht aus der Hand schießen können. Unsere Stärke braucht deswegen nicht in einer Phrase zu liegen (wie in der „Solidarität“). Unsere Gewalt endlich kann nicht die Al Capones sein, eine Kopie des offenen Straßenterrors und des täglichen Terrors; nicht autoritär, sondern antiautoritär und deswegen urnso wirksamer. Um der Machtfrage willen (o Gott!), dürfen Linke keine Killer sein, keine Brutalos, keine Vergewaltiqer, aber sicher auch keine Heiligen, keine Unschuldslämmer. Einen Begriff und eine Praxis zu entfalten von Gewalt/Militanz, die fröhlich sind und den Segen der beteiligten Massen haben, das ist (zum praktischen Ende gewendet) unsere Tagesaufgabe. Damit die Linken, die so handeln, nicht die gleichen Killervisagen wie die Bubacks kriegen.

Der komplette Nachruf ist bei im*moment*vorbei zufinden.

Rotterdam Hools greifen Strandparty an…

und brüllen „Juden, Juden“… Was für ein Dreckspack.

Bei 1:35 sind dann auch Schüsse im Hintergrund zu hören.

Zuvor (?) Zivibullen fühlen sich bedroht und geben Warnschüsse ab, schließlich stürmt der Rotterdam Pöbel den VIP-Bereich

Zum Hintergrund gibt es einen Bericht von n-tv:

„Sunset Grooves“ endet blutig
Tödliche Strandparty in Holland
Bei einer Schießerei während einer DJ-Party ist ein junger Mann getötet worden. Sieben weitere Jugendliche wurden verletzt, nachdem bei der chaotischen Party mit mehr als 20.000 Gästen nahe Hoek van Holland mehrere Massenschlägereien ausbrachen.

Partystörer

1. Münster: Bei einem Überfall auf eine Antifa-Party in der Baracke (nomen est omen) am vergangenen Freitag verletzten die staatlichen Schläger 10 Menschen durch Hundebisse, Pfefferspray und Schläge – und das obwohl sich die Veranstalter den Anordnungen des Ordnungsamtes gebeugt hatten und die Musik abgestellt war. Offizielle Begründung für den Angriff: Personalienfeststellung. (Quelle: Indymedia, Münstersche Zeitung)

2. Berlin: Die Berliner Polizei hatte sich am Samstag passenderweise eine Soli-Party in der Kadterschmiede für Ihren neuesten Einsatz gegen Links ausgesucht:

Gleich zu Beginn der Veranstaltung versuchte die Polizei Platzverweise gegen Besucher_innen auszusprechen und in die Rigaer 94 einzudringen. Als das misslang wurde die Polizeipräsenz in Friedrichshain massiv hochgefahren. Eine halbe Stunde später versuchten behelmte Einheiten der 23.Ehu mit Gewalt in das Haus einzudringen, scheiterten aber erneut.
Zivilfahnder, darunter mit Masken vermummte Provokateure, sprachen gegenüber Passanten von einem Glasschaden, den Partygäste am Haus gegenüber der 94 verursacht hätten. Diese Scheiben sind jedoch seit zwei Monaten schon kaputt.
In der Folge fuhren Polizeifahrzeuge im Minutentakt durch die auf der Strasse versammelte Menschenmenge. Gegen 01:10 fuhr ein Konvoi aus drei Zivilstreifen im Schrittempo durch die friedlich auf der Straße Feiernden (…) beschleunigte plötzlich und fuhr einen Hund an, der dadurch schwer verletzt wurde.
Die beiden Zivilbeamten begingen daraufhin im Rückwärtsgang Fahrerflucht ohne sich um den Schaden zu kümmern. Noch einmal versuchte die Bereitschaftspolizei daraufhin die 94 zu stürmen.Als das erneut an der Entschlossenheit der Besucher_innen und dem Sicherheitskonzept der Veranstaltung scheiterte, versuchte die Polizei in die Liebigstrasse 34 zu gelangen um dort eine Queer Party zu beenden, musste sich aber auch hier mit dem Platz vor der Tür begnügen.

(Quelle: Indymedia. BZ)

PS: Achja, bei der Berliner Fuckparade haben die Berufsschläger natürlich auch Ärger gesucht

Das Münsterland wird ja allgemein unterschätzt…


*oldschool track deluxe*
Ein Meilenstein der westfälischen HipHop-Kulur!

Gegen den Schmutz!


(Noch) legale „Wandschmiererei“: Reverse Graffiti

[via gorgeous george]

MTV Fascist Crips: Das Casapound in Rom

Das ist er, der harte Kern von Italiens Neuen Faschisten: die „Casa Pound“. Angeführt von Gianluca Iannone (Mitte), haben sie im Jahr 2000 dieses Haus mitten im Asiaten-Viertel von Rom besetzt. Sie haben es nach dem Literaten Ezra Pound, einem Anhänger des Faschismus, „Casa Pound“, also „Haus Pound“, genannt. Innerhalb weniger Jahre ist diese kleine Gruppe von radikalen Faschisten zur zentralen Bewegung innerhalb der extremen Rechten in Italien aufgestiegen.

Stern: Tausende neuer Mussolinis

Da der politische Hintergrund in der Fotoreportage des Stern etwas zu kurz kommt, Mehr zum faschistichen Revival rund um das Casapound in Italien gab es schonmal hier, auf deutsch in der JungleWorld und bei der südtiroler Antifa Meran.




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