Archiv für April 2010

1. Mai oder Hölle! Hölle! Hölle!


So viel Schwachsinn war noch nie

Im Zusammenhang mit der zu erwartenden Polizeigewalt am 1. Mai in Berlin und anderswo sei auch auf diese gelunge Broschüre „zum polizeilichen Gegenüber“ hingewiesen: http://de.indymedia.org/2010/04/279534.shtml

Polizeibericht Berlin

Warum die Krankenkasse an der Gewalt am 1.Mai schuld ist

Deutsche Bullen. Knallhart.
Dass sich deutsche Staatsbüttel gerne mal als Opfer inszenieren (Überstunden! Bezahlung! Linke Gewalt!) ist ja bekannt. Für die Lamentierprofis von GdP und rechter DPolG ist da der 1. Mai in Kreuzberg wie Weihnachten. Endlich gibt es das in Bildern, was die Gewerkschaften doch auch sonst als den Alltag der Beamten phantasieren: Renitente Demonstranten! Silvesterkracher Leuchtspurmunition! Flaschen- und Steinwürfe! Ab und zu sogar ein brennendes Auto! Dazu noch Jugendgewalt (!) von lokalen Migrantengangs! Als Höhepunkt vielleicht sogar ein oder zwei Mollis Brandbomben!

Was anlässlich jeder größeren linksradikale Demo in anderen europäischen Länder wie etwa Frankreich oder Italien wohl unter „weitgehend friedlich“ laufen würde, wird bei uns – Touristen hin oder her – alljährlich zum Untergang des Abendlandes aufgeblasen. Und die genannten Zahlen klingen tatsächlich beeindruckend: hunderte von (schwer)verletzten Beamten (über die verletzte Demonstranten spricht in Deutschland ja kaum eine Zeitung), oha. Wenn man aber mal nachhackt, dann steckt wenig dahinter, wie der konservative Tagesspiegel im Nachklapp zum 1. Mai 2009 feststellt:

Zwar wurden am 1. Mai 2009 nach offiziellen Angaben 479 Polizisten verletzt. Diese Zahl hatte nach den letzten Kreuzberger Krawallen in der Öffentlichkeit einiges Aufsehen erregt. Tatsächlich sahen davon aber nur 19 Polizisten ein Krankenhaus von innen, stationär aufgenommen wurde kein einziger. 27 Beamte traten vom Dienst ab.

In einem internen Bericht der Polizei sind die Verletzungen detailliert aufgeführt. Demnach haben sich zwei Beamte einen Finger, einer einen Mittelhandknochen und einer einen Zeh gebrochen. Zwei hatten Knalltraumata durch Böller, einer einen ausgekugelten Arm, einer einen Bänderriss. Ein Beamter hatte Glassplitter im Auge, „die ohne Folgeschäden für das Augenlicht entfernt“ wurden, wie es in dem Bericht heißt. Ein Beamter wurde von seinem eigenen Polizeihund in die Wade gebissen. Am häufigsten wurden „Prellungen“ gemeldet, und zwar 405. Wie viele Prellungen tatsächlich existierten oder ob sie nur der rechtlichen Absicherung dienten, ist unklar. Denn Bereitschaftspolizisten sind gehalten, Treffer durch Steine oder Flaschen zu melden, damit es später keine Probleme gibt, falls doch Folgeschäden auftreten. Das Gleiche gilt für 50 gemeldete „Reizungen“ der Augen oder Atemwege durch Rauch.

Dass viele Verletzungen offensichtlich nur auf dem Papier existierten, zeigen die vielen „Nachmeldungen“. Denn nach dem letzten 1. Mai 2009 wurden die Verletztenzahlen zweimal nach oben korrigiert. Am 2. Mai 2009 hatte Innensenator Ehrhart Körting 273 verletzte Polizisten vermeldet. Am 4. Mai war diese Zahl auf 440 korrigiert worden, am 5. Mai auf 479. Laut Statistik kamen 170 der 479 verletzten Polizisten nicht aus Berlin. Schon nach den Krawallen beim G-8-Gipfel in Heiligendamm hatte die linke Szene den Behörden vorgeworfen, mit hohen Verletztenzahlen Vorurteile in der Bevölkerung schüren zu wollen.

So kommen also die verletzten Polizisten in Berlin und die Statistik über „linksextreme Gewalt“ zusammen: Die Berufsschläger schlucken ihr eigenes Tränengas, verletzen sich im Übereifer selbst beim Prügeln an Finger und Arm, und sicherheitshalber wird aus dem Rempler eines Kollegen gleich noch eine „Prellung“… alles für ein paar Tage Krankengeld? Die deutsche Polizei ist halt auch nur das was sie mal war.

[thanks @alltäglicher schwachsinn]

PS: Anlässlich der aktuellen Göttinger Querelen um den Rauswurf einer Mitarbeiterin der Göttinger Ausländerbehörde aus dem Café Kabale möchten wir nur kurz zum wiederholten Male auf die sehenswerte Doku „Die Abschieber“ hinweisen. Mit Menschen die diesen Job als staatlich bezahlte Schreibtischtäter und Menschjäger machen, möchte man wahrlich nicht zusammen frühstücken.

15.04.: Göttingen 05 an der Uni

Am 15.04.2010 wird Christopher Pauer, im Rahmen des Mentorenprogramms der Politikwissenschaften, einen Vortrag zum Thema „Fußballfans und Politik“ an der Universität Göttingen halten. Der langjährige 05 Fan und nunmehr Leiter des Fanbereichs bei Stadionwelt wird dabei auf lokale Aktionen, sowie auf nationale und internationale Engangements von Fußballfans eingehen, um so einen Einblick in die Rolle von Politik im Fanalltag zu geben. Der Vortrag, welcher um 18 Uhr im ZHG 003 (Zentralcampus) stattfinden wird, ist auf 90 Minuten angelegt und wird neben dem Vortragsteil auch Platz für Diskussion und Nachfragen beinhalten. Zu diesem offenen Vortrag sind alle 05er und Fußballinteressierte herzlich eingeladen.

Pyroshow. beeindruckend.


[aus Griechenland via Bava]

Taking over the interweb

Zur Abwechslung mal wieder freshen Hip-hop: Die Antwoord – das sind Ninja, Yo-Landi Vi$$er und DJ Hi-Tek aus Südafrika. Die drei machen „Zef“ Musik, der Ausdruck in Afrikaans für „WhiteTrash“ oder „Redneck“. Dabei kommen die Künstler erstaunlich „authentisch“ rüber, ohne mit Pseudo-Gangstatum zu langweilen. Enjoy!

[dank an gorgeous george!]




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