Nach dem Ausstieg aus dem Atom“ausstieg“ soll es nun in diesem Jahr wieder losgehen, mit den Castor-Transporten nach Ahaus. Das kleine Kaff liegt ganz in der Nähe der schönsten Stadt der Welt (mit dem Schnellbus S70 braucht man etwa eine Stunde). Schon vor Jahren hat die Atomlobby mit vielen Millionen Mark „Strukturhilfe“ (u.a. für Spaßbad und Fußgängerzone) die lokale Politik gekauft, um Ahaus zukünftig als Atommüllzwischenlager nutzen zu können.
Auf einem Acker steht da nun eine riesige Betonhalle, in dem seit den 1990er Jahren einige hundert der strahlenden Castorbehälter vor sich hinrosten. Natürlich ohne ein Entsorgungskonzept, das die Frage beantworten könnte, was man denn irgendwann einmal mit dem ewig strahlenden Sondermüll vor der Haustür machen soll. Aber soweit alles natürlich tippitoppi sicher und harmlos!
Warum die Atomkraft auch im normalen Tagesbetrieb ein echter Wahnsinn ist und bleibt, hat der NDR vor kurzem in einer sehenswerten Dokumentation auf erschreckende Weise herausgestellt. Da werden die Betreiber und Zuschauer gleichermaßen sprachlos: Wie sieht es denn aus mit dem Schutz vor Terroranschlägen? Oder den Rettungsplänen für die Bevölkerung im direkten Umfeld eines AKWs nach einem GAU? Wer löscht dann eigentlich einen brennenden Reaktor? Und: Wohin mit dem Atommüll? Was zahlt eigentlich der Steuerzahler?
Je einfacher die Fragen sind, die die Reporterin Gesine Enwaldt in „Die Atomlüge“ stellt, desto erschütternder sind die Antworten der Betreiber. Wenn es denn eben überhaupt welche gibt.
Aber wozu der ganze umwelt- und menschengefährdende Aufwand? Ob aus Klimaschutzgründen oder Energiesicherheit: Es gibt keine Notwendigkeit, Strom aus Atomkraft zu produzieren. Es ist aber sehr profitibal: Geschätzte eine Million Euro Gewinn pro Tag (!) lässt sich aus einem (!) AKW raus holen. Da spielen ein paar hundert tausend Tonnen Giftmüll im Jahr keine Rolle mehr. So ist das eben, im scheiß Kapitalismus!






